IRS Nicole Hartwich

 

Dienstag, 17. April 2018, 12:15 Uhr, TIM Social Area

  Nicole Hartwich

Die Mikrofundierung der Fehlerberichterstattung
Die Auswirkung der Fehlerschwere auf die Fehlerberichterstattung

Fehler sind ein unvermeidbarer Teil des Lebens und der Arbeitswelt. Da Fehler nie vollkommen verhindert werden können, haben sich seit Ende der 70er Jahre zahlreiche Autoren auf dem Gebiet der Organisationswisschenschaft und Psychologie mit der Frage beschäftigt, wie auf Fehler reagiert werden sollte. Unsere Studienreihe hat das Ziel, Einblicke in das Fehlermeldeverhalten von Menschen hinsichtlich verschiedener Fehlerattribute zu gewinnen. Im vorliegenden Experiment untersuchen wir die Auswirkungen der Fehlerschwere auf die Fehlerberichterstattung, die durch die organisatorische Berichtskultur moderiert wird. Wir folgen der Überzeugung, dass die Schwere von Fehlern innerhalb unterschiedlicher Aufgabengebiete einen Einfluss auf den Prozess der Berichterstattung eines Fehlers hat. Um herauszufinden, ob Einzelpersonen eher dazu neigen kleinere oder schwerwiegendere Fehler zu melden, variieren wir die Fehlerschwere in drei Stufen: high cost errors, low cost errors und no cost errors. Frühere Forschungen ergaben, dass weniger schwere Fehler eine geringere Aufmerksamkeit erhalten und dadurch häufig nicht in die Aufmerksamkeit von Führungskräften gelangen (Madsen & Desai, 2010). Dennoch ist für das optimale Fehlermanagement die Erkennung und Vermeidung von Fehlerverschleierung wesentlich. Daher ist eine offene Fehlerkultur, welche Mitarbeiter dazu ermutigt ihre Fehler offen zu kommunizieren, statt sie zu verbergen, essenziell (Walton, 2004). Um zu verstehen, ob eine positive Fehlermeldekultur effektiv das Melden von kleinen und großen Fehlern fördert, verwenden wir ein 3x2 Design in dem das kulturelle Umfeld in Form der Fehler Beschuldigung in zwei extremen Formen blame culture und no blame culture für alle drei Szenarien der Fehlerschwere getestet wird.

Nicole Hartwich